Wir sind Berliner

 

Wir trauern um die Opfer des mutmaßlichen Anschlages in Berlin. Unsere Gedanken sind bei ihren Familien und Freunden.

Was wir sicher wissen

  • Ein dunkelgrauer Sattelschlepper ist in den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz an der Berliner Gedächtniskirche nahe dem Bahnhof Zoo gefahren.
  • Der Lkw vom Typ Scania fuhr von der Hardenbergstraße oder Kantstraße kommend in die Einfahrt des Weihnachtsmarkts und dann 60 bis 80 Meter quer durch eine Gasse zwischen den Marktbuden hindurch. Schließlich warf er eine Bude vollständig um und kam auf der Budapester Straße am Fuße der Gedächtniskirche zum Stehen. Welchen Weg der Lkw ganz genau nahm, ist noch nicht klar, ebenso, in welcher Geschwindigkeit er fuhr.
  • Nach Angaben der Polizei wurden zwölf Personen getötet.
  • Ein Schwerverletzter und vier Leichtverletzte wurden im DRK-Klinikum Westend eingeliefert, sagte eine Sprecherin des Krankenhauses. Insgesamt wurden 48 zum Teil schwer Verletzte in Berliner Krankenhäuser gebracht.
  • Der Rettungseinsatz wurde von der Feuerwehr gegen 0.30 Uhr beendet.
  • Die Polizei hat bestätigt, dass der Beifahrer getötet wurde. Es handelt sich laut Polizei um einen polnischen Staatsbürger.
  • Der Fahrer ist geflüchtet.
  • Laut Polizei hatte der Lastwagen ein polnisches Kennzeichen und Stahlträger geladen.
  • Es gebe keine Anhaltspunkte, dass von dem Lkw noch eine Gefahr ausgehe, sagte ein Polizeisprecher. Es gebe auch keine Erkenntnisse, dass gefährliche Personen im Stadtgebiet unterwegs seien.
  • Die Polizei hat bislang keine Erkenntnisse zu den Hintergründen der Tat. Die Ermittler gehen aber laut Polizei davon aus, dass der Lkw vorsätzlich in die Menschenmenge gesteuert wurde.
  • Ein Krisenstab wurde eingerichtet, die Staatsanwaltschaft Berlin und das Landeskriminalamt Berlin haben die Ermittlungen übernommen, der Generalbundesanwalt führt ein paralleles Verfahren. Die Polizei hat für Dienstag, 13 Uhr, eine Pressekonferenz angekündigt. Auch Bürgermeister Michael Müller und Innensenator Andreas Geisel wollen dann die Öffentlichkeit informieren. Beide waren an die Gedächtniskirche gekommen. Sie machten bisher ebenfalls keine Angaben zu Hintergründen.
  • Was wir nicht sicher wissen

  • Ein Tatverdächtiger soll versucht haben zu fliehen. Er soll im Nahbereich des Breitscheidplatzes festgenommen worden sein. Die Polizei klärt derzeit, ob es sich bei dem Festgenommenen um den Fahrer des Lastwagens handelt.
  • Die Polizei macht bislang keine Angaben zur Herkunft des Verdächtigen. Nach Berichten von dpa, ZDF und Tagesspiegelkönnte es sich um einen Mann mit afghanischem oder pakistanischem Hintergrund handeln. Alle drei Medien beziehen sich jedoch auf ungenannte Sicherheitskreise. Die Welt und das ARD-Hauptstadtstudio berichten ebenfalls unter Berufung auf Sicherheitskreise, der Verdächtige sei als Asylbewerber nach Deutschland eingereist. Beide Quellen machen jedoch widersprüchliche Angaben über das Einreisedatum. Bestätigt ist bisher keine dieser Informationen.
  • Augenzeugen sprechen von einem lauten Knall während des Vorfalls.
  • Es ist wohl sicher, dass der Lkw einer polnischen Spedition gehört, die ihren Sitz in Sobiemyśl hat, 45 Kilometer südöstlich von Stettin. Der Spediteur sagte polnischen Medien, er habe den Lastwagen im Mai gekauft. Der Lkw habe Stahlträger aus Turin nach Berlin bringen und während eines Zwischenstopps in der Hauptstadt einen Teil des Transportguts abladen sollen. Dann sollte er weiter nach Polen fahren. Der Lastwagen sei aber nicht am Ziel in Berlin eingetroffen. Die Berliner Polizei ermittelt allerdings auch in eine andere Richtung. Danach könnte der Lkw in Polen von einer Baustelle gestohlen worden sein.
  • Die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ hat sich entgegen im Netz und anderswo kursierender Gerüchte bis jetzt weder zu dem Vorfall in Berlin geäußert noch sich dazu bekannt.